Es war aufregend und inspirierend – aber es ist auch schön, wieder daheim zu sein

Ulli Wagner am 24. März 2019 um 20:12

Ein bisschen müde, aber voller Eindrücke – so bin ich eben zuhause angekommen. Die Fahrt von Leipzig nach Saarbrücken lief richtig gut: trocken, kaum Wind und weil Sonntag ist, auch wenig LKW. Wunderbar.

Obendrein hatte ich noch eine sympathische Beifahrerin, mit der ich mich über Bücher und den Buchmarkt unterhalten habe, aber auch über Privates.

Die Autorin Angelika Lauriel aus Heusweiler Foto: privat

Angelika Lauriel ist Übersetzerin, arbeitet Teilzeit als „Förderlehrkraft“ und ist seit vielen Jahren auch Autorin. Die Mutter dreier Söhne bedient mehrere Genres, sie schreibt als Laura Albers Liebesromane und als Angelika Lauriel Krimis. Der neueste heißt „Tote Frauen lügen nicht“ und für den hat die Autorin in Leipzig Werbung gemacht. Angelika ist eine sogenannte Hybrid-Autorin,  das heißt: sie arbeitet mal mit Verlag, mal über Self Publishing. Das Buch-Geschäft ist ganz schön hart. Aber Angelika hat was zu erzählen und das kann sie auch richtig gut.

Ihr neuester Saarland-Krimi

Ich habe vielfach davon profitiert, dass sie dabei war. Sie hat mich nicht nur wach gehalten, sondern mir nämlich auch dabei geholfen, Kiloweise Bücher aus meinem „Studio-Apartment“ nach unten zu tragen und ins Auto zu laden. Es ist nämlich so, dass ich von jedem Interview, das ich auf der Leipziger Buchmesse mache, drei handsignierte Verlosungsexemplare mit nach Saarbrücken bringen – deshalb fahre ich auch immer mit der Bahn hin und mit einem Auto zurück ins Saarland.

Ein Kofferraum voller Bücher

Ungefähr zu der Zeit, als in Leipzig der Gong für die Buchmesse ertönte, waren wir wieder zurück im Saarland: voller Eindrücke und Inspirationen und mit einem Kofferraum voller Bücher. Und  – nach 4 langen Tagen in den Leipziger Messehalle – auch mit einem großen Bedürfnis nach frischer Luft und einem langen Spaziergang im Grünen – wie gut, dass das Zuhause auf Zustimmung trifft.

Meine alte Hundedame will gleich wieder raus

Das war mein Blog zur Leipziger Buchmesse 2019. Manchmal war es anstrengend, aber meistens hat es Spaß gemacht. Auf ein Neues in 2020 !

 

Entdeckungen und Begegnungen – warum ich so gerne auf der Buchmesse in Leipzig bin

Ulli Wagner am 24. März 2019 um 12:37

Wenn der Krimi-Tipp produziert und alle Samstags-Beiträge in Saarbrücken sind, dann komme ich in den „Messe-Genießen-Modus“, vorher kann ich mir das einfach nicht leisten. Aber die wenigen Interviews, die dann noch anstehen, müssen nicht gleich umgesetzt werden und am Wochenende sind es auch deutlich weniger Termine als sonst. Ganz einfach, weil mehr Menschen für Autogramme Schlange stehen und Wege blockieren, und die Übergänge zwischendurch immer mal wieder wegen Überlastung gesperrt. Wenigstens gab’s diesmal unterwegs was Schönes zu sehen.

Bei Sonnenschein macht die Messe noch mehr Spaß

Da dauert es dann von Halle 5, also vom Saarland-Gemeinschaftsstand, bis in Halle 2 – das ist einmal quer rüber auf die andere Seite der Messe, ne gute halbe Stunde statt 15 Minuten am Donnerstag. Ich hab’s trotzdem noch rechtzeitig rüber geschafft zu den Kinder- und Jugendbüchern bei Loewe. Dort habe ich Mick getroffen – die meisten kennen den Youtuber als „Dark Victory“.

Mick, der bei Youtube als Dark Victory bekannt ist

Der hat was Neues ausprobiert und ein Buch geschrieben. „One Exit- Verloren im Untergrund“ über 9 Jugendliche, die in London Underground verschüttet sind und nicht wissen, ob über ihnen der Atomkrieg tobt und man schlicht und einfach vergessen hat, dass sie da unten sind und die nun schauen müssen, ob sie als Team oder alleine mehr Chancen haben, läuft so gut, dass sogar der Verlag völlig platt ist … Das war ein richtig gutes, Generationen übergreifendes Gespräch – Danke Mick!

Unterwegs zur Manga-Comic-Con

Und die hier, die mag ich auch so gerne, die Cossplayer, die ja eigentlich zur Manga- Comic-Con in Halle 1 kommen, aber sich auch immer anschauen, was denn in den anderen Hallen so abgeht. Die sind fast alle ausgesprochen freundlich zu älteren Damen wir mir, geben sich total viel Mühe geben mit ihrem Outfit, schleppen manchmal stundenlang die unglaublichsten Verkleidungen und Ausrüstungen mit sich – und das bei dem Wetter – und stehen dann noch still für ein Abschiedsfoto. Das ist so bunt und so lebendig, da geht einem doch das Herz auf.

Ein besonderer Abschiedsgruß

Trotzdem heißt es jetzt, Studio zuklappen, Koffer packen, Auto abholen, kiloweise Verlosungsexemplare verstauen und auf nach Hause … aber davon später mehr, in meinem letzten Blog zur Leipziger Buchmesse 2019.

„Gedichte, Gespräche, Krimi-Szenen“ – der „Saarland-Abend“ im Theater der Jungen Welt

Ulli Wagner am 24. März 2019 um 11:22

Der Samstag Abend auf der Leipziger Buchmesse „gehört“ dem Saarland. Da machen sich AutorInnen, Verleger und die anderen Kreativen vom Gemeinschaftsstand auf nach Lindenau. Und zeigen dort im Theater der Jungen Welt, was das kleine Bundesland im Südwesten der Republik zu bieten hat. Die Palette ist breit.

Brigitte Niedermayer spielt ihre Gedichte

Freche Tiergedichte gab es da von und mit Brigitte Niedermayer, einer Oberpfälzerin, die eher zufällig Andreas Schorr vom Röhrig Universitätsverlag aus St. Ingbert geraten ist. Der war so begeistert von diesen Geschichten, dass er 120 davon gleich zu dem kleinen Buch „Der Kranich Lukas“ zusammengefasst hat. Kleine, kurzweilige und teils sehr ämüsante Geschichten – demnächst werden die auch im Saarland aufgeführt – im wahrsten Sinne des Wortes – bei den Literaturtagen Saar.

Isabella Archan bringt immer wieder zum lachen beim Gruseln

Klaus Brabänder war mit seinem fast noch druckfrischen Krimi „Dreierpack“ dabei, Isabella Archan mit „Der Tod bohrt nach“, Gerhard Weber mit „Hunde an die Leine führen“, Alphose Walter mit „L’Ami Fritz“ und Frank P. Meyer mit „Club der Romantiker oder das Rätsel um Laureen Mills.

Durch den Abend führte SR 2 Kollegin Barbara Renno

 

Dazwischen gab es mal flotte, mal nachdenkliche Musik mit „Spanish Mode“ und Gespräche – mit den Autorinnen und Autoren und Kultusminister Ulrich Commercon zum Beispiel, denn der ist Mit-Gastgeber dieses „Saarland-Abends“ und er hat auch beim 5. Saarland-Abend dafür gesorgt, dass es zum Abschluss bei einem kleinen Imbiss und Wein aus dem Saarland noch regen Austausch und interessante Begegnungen gab.

Gehört auch zum Saarland-Abend -kleiner Imbiss und leckerer Wein aus dem Saarland

Auch zwischen Autoren aus dem Saarland … daheim sieht man sich ja nie … Aber wer jetzt denkt, da wären wieder nur Saarländer unter sich gewesen, der irrt sich – und zwar gewaltig. Wobei das so schlimm ja auch nicht wäre …

Frank P. Meyer & Angelika Lauriel

 

 

So macht das Spaß – SaarländerInnen präsentieren sich diesmal anders

Ulli Wagner am 23. März 2019 um 11:45

Was haben wir in diesem Jahr ein Glück – Sonne statt statt Schnee-Chaos, da ist es nur halb so schlimm

Ein Stück blauer Himmel über Leipzig

Da ist es auch nur halb so schlimm, dass viele Bahnen raus zum Messegelände gar nicht mehr die Türen aufmachen, weil sie eh schon gestoppte voll sind.

Es liegt bestimmt auch am Frühling, dass die Stimmung am Saarland-Gemeinschaftsstand in diesem Jahr so gut ist, aber nicht nur. Das Konzept ist ein bisschen anders, der Kultusminister kann in diesem Jahr öfter am Stand sein und geht dazwischen Klinkenputzen für die Kreativen aus dem Saarland.

Auch Ulrich Commercon nutzt die Messe zum Netzwerken                                                          Foto: Dieter Schmitt

Die Erweiterung um einen Verlag aus der Großregion macht diesen Stand zu etwas ganz Besonderem und das war am frühen Freitag Abend zur „Blauen Stunde“ auch zu spüren: der Andrang war groß und es gab viele gute Gespräche und zufriedene Gesichter.

Inzwischen schon Tradition: die „Blaue Stunde“

Aber auch das Konzept ist anders: man igelt sich nicht mehr so ein, sondern geht weg vom Stand, hin zum Publikum, das sich um die verschiedenen Lese-Inseln sammelt, die über alle Messehallen verteilt sind. Das ist zwar anstrengend  für die Füße, aber das lohnt sich, weil dort die sind, die sich wirklich für Lesungen interessieren und nicht die Laufkundschaft, die mal eben für 5 Minuten stehen bleibt und dann weiterzieht. Verleger und AutorInnen sind jedenfalls begeistert und wollen das im nächsten Jahr auf jeden Fall noch mal so machen.

Die Kapelle auf dem Leipziger Südfriedhof ist schon lange ein Kulturort

Und das wollen sie auch unbedingt wieder so machen: an ungewöhnliche Orte gehen, noch mehr präsent sein bei „Leipzig liest“. Etliche Abend-Veranstaltungen gab es hier schon mit saarländischer Beteiligung. Ich habe mich gestern für diese Buch-Präsentation entschieden.

Die neue Anthologie aus dem Conte Verlag

Die war in der alt-ehrwürdigen Kapelle auf dem Leipziger Südfriedhof, also jwd, wie die Berliner sagen, aber ich habe den weiten Weg keinen Augenblick bereut.

Ihr haben wir es zu verdanken, dass es diese Anthologie gibt

Tanja Karmann, die Fantastik-Autorin, die auch Mitarbeiterin des Conte Verlages ist, hat die Initiative ergriffen und „alte Hasen“ und „Frischlinge“ dazu gebracht, ihren Teil zu dieser genreübergreifenden Anthologie beizusteuern.

Der Saarländer Carsten Schmitt hatte doppelte Premiere in Leipzig

Und so kam es, dass der junge Saarländer Carsten Schmitt gestern Abend hier in Leipzig Doppel-Premiere hatte – zum ersten Mal auf der Buchmesse und dann gleich als Autor.

Und dass Markus Heitz, der Fanastik-Star aus dem Saarland, sich ebenfalls Zeit für diese Buch und für diese Präsentation nahm, obwohl er gerade quasi drei Projekte gleichzeitig am Laufen hat.

Auch Markus Heitz kam zur Präsentation auf den Leipziger Südfriedhof

Und sein Verlag in Messehalle 3 gerade überlebensgroß  für die zweite Staffel von Doors Werbung macht.

Heitz im Doppelpack oder „der doppelte Heitz“

Das sei doch Ehrensache, erklärt er im SR 3 – Interview: wenn ein Verlag aus dem Saarland ruft und wenn es dann noch um Fantastik geht in Kombination mit Krimi, dann müsse er doch einfach Ja sagen.

Heute Abend gibt es wieder lange Wege, raus ins alte Theater nach Lindenau – zum „Saarland-Abend“ im Rahmen von „Leipzig liest“. Laut Ulrich Commercon ist das der einzige Länderabend, den es bei dem größten Lesefest Europas gibt und ich kann aus eigener Erfahrung sagen: es kommen nicht nur SaarländerInnen, sondern auch andere Leseratten und Büchernarren.

Service-Spezial – meine drei ganz persönlichen Lese-Empfehlungen

Ulli Wagner am 23. März 2019 um 3:56

Als ich mich am Mittwoch auf den Weg nach Leipzig gemacht habe, da waren manche Kolleginnen und Kollegen richtig neidisch. Die lesen nämlich auch gerne und dachten: die Ulli fährt jetzt ins Schlaraffenland. Stimmt ja auch irgendwie. Zum Trost hab‘ ich dann gesagt: okay, ich bringe drei ganz persönliche Buchtipps mit.

Das ist mir hier vor Ort dann doch schwerer gefallen, als ich erst dachte. Das Angebot ist ja auch riesig und es gibt es so viele gute Bücher hier, Preis-gekrönte und ungekrönte, internationale und nationale. Aber irgendwie musste ich ja eine Auswahl treffen. Und da habe ich mich für die entschieden, die mich auf besondere Weise berührt haben.

Tipp Nummer Eins:

480 Seiten, 24 Euro,
ISBN: 978-3-257-07058-3

Die junge Dänin ist als Moderatorin und Choreographin in ihrer Heimat sehr bekannt und schickt sich gerade an, ihren Bestseller-Landsmännern auch international den Rang abzulaufen. Schon die Titel ihrer Romane sind ungewöhnlich. Der erste heißt „Krokodilwächter“, der neue, der hier gerade in Leipzig vorgestellt wurde, heißt „Blutmond“. Er spielt in der Modeszene, aber es geht um mehr als um ein Verbrechen in der vermeintlichen Glitzerwelt, es geht um Sorge und um Verlust und die Frage, wie gehen wir damit um.

Katrine Engberg – Die Neuentdeckung aus Dänemark

Katrine Engberg schreibt, wie sie ist: offen, warmherzig und sehr zugewandt.

Tipp Nummer Zwei:

240 Seiten, 16,90 Euro                  ISBN: 978-3-423-26216-3

Ausnahmsweise mal kein historischer Dresden-Krimi, sondern ein fast schon satirischer Familienroman, der an der Ostsee spielt. Der Malermeister liebt diese See, macht auch heute noch am liebsten Urlaub, kann dort einfach am besten entspannen – das könnte an seiner DDR-Vergangenheit liegen, vermutet er im SR 3-Interview. Dort an der Ostsee, direkt vor den Dünen hat der betagte Joseph ein Anwesen erworben und dorthin er seine Kinder nebst Anhang zum wohl letzten Familientreffen. Die Erwartungen sind hoch, die Anspannung allerdings auch. Und weil auch kleine Kinder dabei sind, die entweder Unfug anstellen oder reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist, eskaliert das Ganze.

 

Frank Goldammer – Malermeister und inzwischen auch Meister des Wortes

Großes Sommertheater eben … Herrlich lebensnah be- und geschrieben, zum Weinen und zum Lachen – und das mit Möwengeschrei und Wellenrauschen im Hintergrund – das perfekte Buch für die Reise im Kopf.

Tipp Nummer Drei:

256 Seiten, 18 Euro
ISBN 978-3-426-27782-9

Kein Thriller diesmal vom Bestseller-Autor, sondern offiziell ein Sachbuch über so  simple wie grundlegende Fragen: Was zählt im Leben oder wie finde ich mein Glück? Auslöser dafür war die Frage seiner Frau, ob er denn schon ein Testament gemacht hätte und zwar just in dem Moment, als Fitzek dabei war, in ein Flugzeug zu steigen und es ist kein Geheimnis, dass er an Flugsorge leidet. in dem Fitzek, der an Flugsorge leidet. Und während er da oben durchgeschüttelt wurde, dachte er weniger über sein materielles Testament nach, sondern darüber, was er seinen drei Kindern unbedingt noch sagen, also mit auf den Weg geben wollte. Zum Beispiel, dass sie den Mut haben sollen, ihr eigenes Leben zu leben, sich nicht immer nach anderen zu richten, nur, um zu gefallen, Rücksicht zu nehmen und respektvoll zu handeln und doch ihren eigenen Weg zu gehen. Und wenn es sein muss, eben als Fische auf Bäume zu klettern.

Sebastian Fitzek – diesmal als Sachbuchautor

„Den Standpunkt im Leben zu definieren ist wirklich nicht so einfach“, sagt Fitzek und im SR 3-Interview gibt der dreifache Vater zu, dass das anstrengender war, als er gedacht hat, dass es ihn selbst aber auch noch mal weitergebracht hat. Herausgekommen ist ein sehr persönliches Buch, das ursprünglich mal für die Fitzek-Kinder gedacht war. Ich find’s prima, dass jetzt auch andere davon profitieren können.

 

 

Interessante Begegnungen und müde Füße – der erste Messetag

Ulli Wagner am 22. März 2019 um 8:01

Letztes Jahr hatten wir hier noch einen Kälteeinbruch mit dichtem Schneefall, Autos blieben stecken, ICEs fielen aus und sogar in den Messehallen war es rutschig, weil Tausende Füße den Matsch mit reingeschleppt hatten. Da macht die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr doch gleich ein anderes Gesicht.

Auch Leseratten genießen die Frühlings-Sonne

Mein erster Messetag war pickepackevoll, aber nichts im Vergleich zur Straßenbahnlinie 16 raus zur Messe … und zu den Schlangen vor den Sicherheitskontrollen. Manchmal ist es schon ganz schön, wenn Du einen Seiteneingang benutzen kannst.

Der Saarland-Gemeinschaftsstand in Halle 5

Natürlich habe ich gleich beim Saarland-Gemeinschaftsstand vorbeigeschaut. Zum zweiten Mal haben die Verlage und Kreativ-Unternehmen hier diesen günstig gelegenen Eckstand. Und zum ersten Mal ist ja, unterstützt von Kultusminster Commercon, ein Verlag aus der Großregion mit dabei, der Grenz-Echo-Verlag aus Eupen, der deutsch-sprachigen Region Belgiens.

Die Großregion ist auch vertreten am Saarland-Gemeinschaftsstand

Die Stimmung war gut am Stand, es gab aber auch ernste Gespräche, denn die Pleite eines Vertriebs hat auch Verlage aus dem Saarland getroffen. Heute gibt es hier dazu ein Sondergespräch der Kultusminister. Es gab auch schon erste Lesungen aus dem Saarland bei „Leipzig liest“, leider hatte sich das bei mir mit Interviewterminen überschnitten und dieser Abendtermin hier war für mich jenseits von Gut und Böse, weil viel zu spät am Abend  … dachte ich jedenfalls.

 

Frank P. Meyer, der Conte Verlag und das Leipziger Central-Kabarett

Ich hatte eine nette Begegnung mit Ellen Sandberg, die eigentlich Inge Löhnig heißt, aber unter diesem Pseudonym eine neue Reihe entwickelt hat.

Inge Löhnig, alias Ellen Sandberg hat das Saarland für sich entdeckt

Band zwei „Der Verrat“ spielt an der Saar, genauer gesagt auf einem Weingut. Und die Autorin wird diesen Roman auch im April im Rahmen von „Erlesen“, den zweiten Literaturtagen Saar, an zwei Orten im Saarland noch mal präsentieren. Sie wäre früher immer nur durch das kleine Bundesland im Südwesten der Republik durchgefahren, auf dem Weg nach Frankreich. Jetzt wäre sie froh, dass der Roman sie dazu gebracht hat, auch mal Halt zu machen.

Vom Filmkritiker zum Krimi-Autor

Einen „alten“ Bekannten habe ich wieder getroffen, den Filmkritiker Krischan Koch, der über Jahrzehnte auch Kinotipps für den SR-Hörfunk gemacht hat und seit ein paar Jahren amüsante Krimis schreibt.

Ursula Poznanski, die Bestseller-Autorin aus Österreich

Auch Ursula Poznanski hat Anknüpfungspunkte zum Saarland, einer ihrer Gemeinschafts-Krimis mit Arno Strobel hatte im Saarland Deutschland-Premiere. Auf dieser Buchmesse ist sie solo unterwegs und hat allerhand zu tun, denn sie hat den Verlag gewechselt und bei Knaur mit „Vanitas“ eine ganz neue Reihe gestartet.

Frank Goldammer wird immer wieder um Autogramme und Selfies gebeten

Auf der Fahrt nach Leipzig hatte ich das neueste Buch von Frank Goldammer quergelesen, zu mehr hatte die Zeit einfach nicht gereicht. Diesmal hat sich der Autor aus Dresdner die Ostsee als Ort der Handlung ausgedacht und statt eines historischen Romans gibt es eine sehr amüsante und gleichzeitig sehr explosive Familiengeschichte – wunderbar zu lesen!  Wir haben unser Interview ganz oft unterbrochen, weil immer wieder Fans kamen und um Autograme oder Selfies baten. Und weil ich so geduldig war, durfte ich mir dann auch eine eher persönliche Frage erlauben und daher weiß ich nun, dass der alleinerziehende Vater immer noch in seinem Hauptberuf arbeitet. Frank Goldammer ist nämlich Malermeister und hat vor vielen Jahren den kleinen Familienbetrieb übernommen. Als Autor ist er inzwischen so erfolgreich, dass er eigentlich vom Schreiben leben könnte, aber sein Job erdet ihn auch, sagt er und außerdem hätte er ja auch noch Verantwortung für seine Mitarbeiter. Und die Kinder, die wären inzwischen ja schon größer. Respekt, kann ich da nur sagen.

So ist das bei einer „Publikumsmesse“

Am Ende des 1. Messe-Tages hatte ich 11 Interviews im Kasten, etliche handsignierte Verlosungsexemplare für SR 3 über den Schultern und 10 Kilometer in den Beinen. Nichts wie hoch mit den Füßen, dachte ich mir … aber dann haben mich die doch tatsächlich fast von selbst zum Leipziger Central-Kabarett getragen, das ist ja auch fast um die Ecke.

Ein Primstaler in Leipzig

Und das war gut so! Dort im Krimi-Keller hatte nämlich Frank P. Meyer seinen ersten Auftritt im Rahmen von „Leipzig liest“. Und der Conte-Autor aus Primstal ist ein Garant für amüsante und sehr unterhaltsame Lesungen, selbst dann, wenn es um Mordermittlungen geht. Hier in Leipzig hat er seinen neuesten Roman „Club der Romantiker oder das Rätsel um Laureen Mills“ vorgestellt – mehr zu diesem wunderbaren Kriminalroman des Saarländers gibt es auf sr3.de.

 

Angekommen & angefangen – Auftakt der Frühjahrs-Buchmesse 2019

Ulli Wagner am 21. März 2019 um 8:05

Ich muss die Deutsche Bahn auch mal loben! Der RE nach Mannheim hatte nur wenig Verspätung und da der ICE über Leipzig und Berlin nach Hamburg auch nicht pünktlich war, ging das mit dem Umsteigen ohne Hetze – schon mal ein guter Anfang. Dass der ICE dann mitten auf der Strecke stehen blieb und mit knapp einer halben Stunde Verspätung in der Messestand eintraf, das hat mich dann ehrlich gesagt kaum noch gejuckt.

Jedenfalls hat die Zeit gereicht, um mich hier einzurichten, ein paar Sachen zu kaufen und dann zu Fuß durch die Altstadt zum Gewandhaus zu laufen.

Das Gewandhaus von innen, aber ohne Orchester

In diesem ehrwürdigen Bau findet traditionell die Eröffnung der Leipziger Buchmesse statt. Aber das Orchester darf nur von bestimmten Profi-Fotografen abgelichtet werden, deshalb hier das Foto ohne Orchester, hat ja auch was Besonderes. Musikziert haben die Damen und Herren dann wieder ganz wunderbar. Zwischen und nach den engagierten Reden brauchte unser Hirn auch unbedingt Verschnaufpausen, denn so mancher hat kein Blatt vor den Mund genommen. Da ging es drum, dass unsere freie Gesellschaft in Gefahr ist und dass wir für ein geeintes und solidarisches Europa kämpfen, uns engagieren müssten und nicht immer nur Zuschauer und Zuschauerinnen sein könnten in einer repräsentativen Demokratie. Und Masha Gessner, die Russin mit amerikanischem Pass, die gestern Abend mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung ausgezeichnet wurde, die appellierte an alle, sich für Freiheit, für Menschen- und Bürgerrechte einzusetzen und die Zukunft mitzugestalten.

Die Werbung für „Leipzig liest“

Fast parallel zur feierlichen Eröffnung im Gewandhaus, begann an verschiedenen Orten der Stadt auch das Rahmenprogramm -die Reihe „Leipzig liest“. Mehr als dreieinhalbtausend Veranstaltungen gibt es insgesamt bis Sonntag an insgesamt 500 Orten auf der Messe und quer durch die Stadt.

Ich wollte ja noch kurz bei der Ladies Night in der Bahnhofs-Buchhandlung rein schauen, aber die war schon restlos ausverkauft, als ich in Leipzig ankam. Gut, dass ich Ursula Poznanski nachher noch auf der Messe treffe und zu ihrer neuen Reihe „Vanitas“ bei ihrem neuen Verlag befragen kann.

Ich hatte so mehr Zeit für meine Beiträge über die Eröffnung, die heute früh in den SR-Nachrichten und der SR 3 Rundschau gelaufen sind.

Geschrieben und produziert habe ich die hier in meinem kleinen Apartment fast am Goerdelerring. Das hat

Mein Arbeitsplatz bis Sonntag – der große Monitor ist nur Deko

Morgensonne, das ist ganz wichtig, wenn man nachts lange zugange ist. Ich finde es sehr praktisch hier, weil hier genug Platz für die Geräte ist und vor allem, weil ich mir zu jeder Zeit einen Kaffee oder Ingwertee gegen die Erkältung machen kann – in meinem kleinen, aber feinen Studio-Apartment. Jetzt weiß ich auch, wo der Name herkommt 🙂

Mobile Reportage – mit Koffer und Mini-Studio auf dem Weg nach Leipzig

Ulli Wagner am 20. März 2019 um 8:58

Das hier sind eine wichtigsten Arbeitsgeräte: mein Aufnahmegerät für die Interviews und für Umfragen und mein I-Pad, auf dem ich alle Termine und Hintergrundinformationen zu den Autorinnen und Autoren gespeichert habe.

Mein Aufnahmegerät und der Mini-Computer für unterwegs

Beides kommt in diesen Rucksack – gut gepolstert und wirklich Rücken-freundlich.

Mein ständiger Begleiter in den nächsten Tagen

Aber das ist nur die halbe Miete, denn damit kann ich zwar schöne Ton-Aufnahmen machen und auch Fotos für diesen Blog, aber die müssen ja auch nach Saarbrücken auf den Halberg kommen und auf sr3.de. Und dafür ist dieses Gerät hier unverzichtbar.

Das Mini-Studio

Denn dieser Ton-Laptop kann viel mehr als nur Audios bearbeiten. Wenn das Netz stark genug ist, was in Leipzig viel öfter der Fall ist als hier bei uns im Saarland, dann können über dieses Gerät Beiträge, Collagen, Interviews quer durch die Republik geschickt werden, und zwar richtig schnell … auch ohne 5G.

Und weil das alles für meine Arbeit während der Buchmesse und über die Buchmesse so verdammt wichtig ist, kommt nichts davon in den Koffer.

Fast wie ein kleiner Umzug

Die kleinen Sachen kommen in den Rucksack, das große Arbeitsgerät hänge ich über die Schulter … sicher ist sicher. Und los geht’s, auf nach Leipzig, ins Mekka für Leseratten und Bücherwürmer.

Vorfreude & Vorbereitung – das mache ich in den Wochen vor der Messe

Ulli Wagner am 19. März 2019 um 8:32

Die Vorbereitungen auf die Frühjahrs-Buchmesse beginnt schon vor Weihnachten, nicht nur für die Verlage, auch für die Messe-Reporterin.  Denn Ende des Jahres kommen die ersten Informationen darüber, welche Autorinnen und Autoren in Leipzig dabei sein werden.

Spätestens im Januar heißt es dann: Slots für Interviews anmelden, also den Finger heben und sagen: ich möchte gerne mit diesem und dieser ein Interview haben, aufgeteilt in halbe Stunden. Am Ende sieht das dann zum Beispiel so aus:

Mein Timetable für den Donnerstag

Am Messewochenende ist der Halb-Stunden-Rhythmus nicht durchzuhalten, dann sind die Hallen einfach zu voll, um mal schnell von 3 nach 4 zu kommen – die liegen nämlich nicht nebeneinander, sondern schräg gegenüber, und das kann ganz schön dauern …

Und dann schlägt die Stunde meines Lesesessels, ein Geschenk von ganz vielen lieben Menschen zu meinem runden Geburtstag kürzlich.

 

Derzeit mein meistgenutztes Möbel

Denn dann wird gelesen und gelesen, in jeder freien Minute. Am Ánfang schaffe ich es noch, wenigstens die Bücher, deren Autorinnen und Autoren ich treffe und interviewe in Leipzig, wenigstens zur Hälfte zu lesen

 

Das ist nur eine kleine Auswahl …

Am Ende ist es dann oft nur noch ein Drittel, aber ich schaffe es immer, mir von allem selbst ein Bild zu machen, einen Eindruck zu verschaffen.

In den Wochen vor der Buchmesse sprengen die Benutzerdaten meines I-Pads auch ihre üblichen Grenzen. Denn manches erreicht mich schon vor dem Erscheinungstermin, als „Fahne“, wie man das nennt. Früher war das oft en simpler Din A4-Ausdruck,  inzwischen meist in elektronischer und vor allem in einer noch nicht freigegebenen Fassung.

Eine „Fahne“ mit Sperrvermerk

 

So, jetzt wisst ihr, wissen Sie, wie ich mich inhaltlich vorbereite. Beim nächsten Mal gibt es einen kleinen Einblick in die Technik, denn ich reise ja mit meinem Mini-Studio nach Leipzig … das passt in den Koffer und über die Schulter.

Bald geht’s los – SR 3 Reporterin freut sich auf die Leipziger Buchmesse 2019

Ulli Wagner am 18. März 2019 um 12:03

Büchernarren und Leseratten können es kaum noch erwarten. Am Mittwoch Abend wird im Gewandhaus in Leipzig die Frühjahrsbuchmesse feierlich eröffnet.

Das Gewandhaus in Leipzig

Am Abend startet dann auch die Reihe „Leipzig liest“, das große Lesefest quer durch die Stadt, das Autorinnen wie Fans begeistert.

Überall in Leipzig werben Plakate für’s Lesen

Ich werde vom Gewandhaus gleich weiter zum Hauptbahnhof ziehen, denn dort ist Ladies Night, unter anderem mit Ursula Poznanski.

Die Bestseller-Autorin aus Österreich

Im letzten Jahr hat sie in Leipzig noch „Invisible“ vorgestellt, den 3. Gemeinschafts-Thriller zusammen mit Arno Strobel vorgestellt. In diesem Jahr schlägt sie dort mit ihrer neuen Solo-Reihe auf, „Vanitas“.

Die Messehallen in Leipzig sind zur Buchmesse immer gut besucht

Die Messehallen sind dann von Donnerstag bis Sonntag geöffnet und zwar für alle, denn die Leipziger Buchmesse ist durchgehend eine Publikumsmesse. Und Groß und Klein machen davon regen Gebrauch. Für ganze Schulklassen aus Sachsen ist die Frühjahrsbuchmesse ein fixer Punkt im Lehrplan.

Der Saarland-Gemeinschaftsstand in Halle 5

Auch Verlage und Unternehmen der Kreativwirtschaft aus dem Saarland werden wieder auf dieser Buchmesse vertreten und am Gemeinschaftsstand zu finden sein.

Und dann gibt es ja auch noch einige Autorinnen und Autoren, die aus dem Saarland stammen, aber bei anderen Verlagen unter Vertrag stehen und auch die, die schon ganz groß rausgekommen sind, wie Arno Strobel oder Markus Heitz.

Markus Heitz mit Fan am Verlags-Stand

Diesmal geht der gebürtige Homburger zusammen mit Tanja Karmann und dem Conte Verlag aus St. Ingbert auf den Leipziger Südfriedhof. Dort präsentieren sie zusammen das neueste Messeprodukt aus dem Saarland „Der unmögliche Mord und andere phantastische Kriminalfälle“, an dem sich viele Autorinnen und Autoren quer durch die Republik verteilt haben. Hoffentlich spielt das Wetter mit, denn letztes Jahr hat uns der Schnee in der Bücher- und Lesehauptstadt der Republik überrascht und  so manches Programm durcheinander gebracht.

Leipzig im Frühjahrs-Schnee im März 2018