„Schritt für Schritt“ – wie ein Saarländer auf der Buchmesse beeindruckt

Er war richtig schön, der 4. Saarländische Abend auf der Leipziger Buchmesse und was die Autoren da geboten haben, das war richtig gut. Aber eines ging besonders unter die Haut und hat sich auch bis heute Vormittag nicht aus den „Klamotten“ schütteln lassen.

Die Geschichte von Stefan Mörsdorfs Weg vom Kloster Hornbach nach Metz. Der Mitfünfziger hat sich wie ein kleines Kind gefreut, als er sein erstes Buch druckfrisch in der Hand hatte und erst recht, dass er es dann auch schon hier auf der Buchmesse und beim Saarländischen Abend im LOFFT vorstellen durfte.

Es heißt „Schritt für Schritt – auf dem Sternenweg zurück ins Leben“, ist bei der Edition Schaumberg erschienen und beschreibt genau dieses: Mörsdorfs Weg zurück ins Leben. Der frühere Umweltminister des Saarlandes erlitt 2012 einen Hirnschlag, der sein Leben und das seiner Familie von Grund auf veränderte. Aber der Geograph und Umweltschützer ist ein Kämpfer, er hat Gottvertrauen, sagt er, und die Natur gibt ihm sehr viel.

Obwohl er halbseitig gelähmt ist, hat er sich auf die erste Etappe des Jakobswegs gemacht – Sterneweg sagt er dazu, wie die Pilger früher, für die die Sterne oft die einzige Orientierung auf dem Weg nach Santiago de Compostella waren. Da will er auch noch hin, der Stefan Mörsdorf, aber irgendwie ist auch der Weg das Ziel. Das nächste große heißt Taizé und dorthin hat er schon einige Kilometer hinter sich – manchmal in Tages-, manchmal in Mehrtages-Etappen, mal ganz alleine, mal mit Familie oder Freunden. Und was er so erlebt hat, zwischen Hornbach und Metz, das hat er in seinem Buch „Schritt für Schritt“ beschrieben. Die schönen Momente, aber auch die Fehlschläge – denn auch die gehören dazu, sagt Stefan Mörsdorf. Es war mucksmäuschen still im LOFFT und seine Geschichte hat nicht nur mich tief berührt.

Diesen schönen Pilgerstab haben ihm übrigens seine Kinder geschenkt. Und sie haben ihn hierher nach Leipzig begleitet – gestern Nachmittag zum Saarland-Gemeinschaftsstand in Halle 5 und gestern Abend nach Lindenau. Das gibt ihm Kraft, sagt Stefan Mörsdorf. Und von der will er mit seinem Buch gerne ein bisschen weitergeben. Das hat mich nachhaltig beeindruckt.  Und allein dafür hat sich die Reise nach Leipzig gelohnt. Hier liegt übrigens immer noch Schnee, auch auf den Straßen – aber die Bahnen fahren wieder und zwischendurch kommt auch die Sonne richtig durch – zum Abschied 🙂

 

 

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