Interessante Begegnungen und müde Füße – der erste Messetag

Letztes Jahr hatten wir hier noch einen Kälteeinbruch mit dichtem Schneefall, Autos blieben stecken, ICEs fielen aus und sogar in den Messehallen war es rutschig, weil Tausende Füße den Matsch mit reingeschleppt hatten. Da macht die Leipziger Buchmesse in diesem Jahr doch gleich ein anderes Gesicht.

Auch Leseratten genießen die Frühlings-Sonne

Mein erster Messetag war pickepackevoll, aber nichts im Vergleich zur Straßenbahnlinie 16 raus zur Messe … und zu den Schlangen vor den Sicherheitskontrollen. Manchmal ist es schon ganz schön, wenn Du einen Seiteneingang benutzen kannst.

Der Saarland-Gemeinschaftsstand in Halle 5

Natürlich habe ich gleich beim Saarland-Gemeinschaftsstand vorbeigeschaut. Zum zweiten Mal haben die Verlage und Kreativ-Unternehmen hier diesen günstig gelegenen Eckstand. Und zum ersten Mal ist ja, unterstützt von Kultusminster Commercon, ein Verlag aus der Großregion mit dabei, der Grenz-Echo-Verlag aus Eupen, der deutsch-sprachigen Region Belgiens.

Die Großregion ist auch vertreten am Saarland-Gemeinschaftsstand

Die Stimmung war gut am Stand, es gab aber auch ernste Gespräche, denn die Pleite eines Vertriebs hat auch Verlage aus dem Saarland getroffen. Heute gibt es hier dazu ein Sondergespräch der Kultusminister. Es gab auch schon erste Lesungen aus dem Saarland bei „Leipzig liest“, leider hatte sich das bei mir mit Interviewterminen überschnitten und dieser Abendtermin hier war für mich jenseits von Gut und Böse, weil viel zu spät am Abend  … dachte ich jedenfalls.

 

Frank P. Meyer, der Conte Verlag und das Leipziger Central-Kabarett

Ich hatte eine nette Begegnung mit Ellen Sandberg, die eigentlich Inge Löhnig heißt, aber unter diesem Pseudonym eine neue Reihe entwickelt hat.

Inge Löhnig, alias Ellen Sandberg hat das Saarland für sich entdeckt

Band zwei „Der Verrat“ spielt an der Saar, genauer gesagt auf einem Weingut. Und die Autorin wird diesen Roman auch im April im Rahmen von „Erlesen“, den zweiten Literaturtagen Saar, an zwei Orten im Saarland noch mal präsentieren. Sie wäre früher immer nur durch das kleine Bundesland im Südwesten der Republik durchgefahren, auf dem Weg nach Frankreich. Jetzt wäre sie froh, dass der Roman sie dazu gebracht hat, auch mal Halt zu machen.

Vom Filmkritiker zum Krimi-Autor

Einen „alten“ Bekannten habe ich wieder getroffen, den Filmkritiker Krischan Koch, der über Jahrzehnte auch Kinotipps für den SR-Hörfunk gemacht hat und seit ein paar Jahren amüsante Krimis schreibt.

Ursula Poznanski, die Bestseller-Autorin aus Österreich

Auch Ursula Poznanski hat Anknüpfungspunkte zum Saarland, einer ihrer Gemeinschafts-Krimis mit Arno Strobel hatte im Saarland Deutschland-Premiere. Auf dieser Buchmesse ist sie solo unterwegs und hat allerhand zu tun, denn sie hat den Verlag gewechselt und bei Knaur mit „Vanitas“ eine ganz neue Reihe gestartet.

Frank Goldammer wird immer wieder um Autogramme und Selfies gebeten

Auf der Fahrt nach Leipzig hatte ich das neueste Buch von Frank Goldammer quergelesen, zu mehr hatte die Zeit einfach nicht gereicht. Diesmal hat sich der Autor aus Dresdner die Ostsee als Ort der Handlung ausgedacht und statt eines historischen Romans gibt es eine sehr amüsante und gleichzeitig sehr explosive Familiengeschichte – wunderbar zu lesen!  Wir haben unser Interview ganz oft unterbrochen, weil immer wieder Fans kamen und um Autograme oder Selfies baten. Und weil ich so geduldig war, durfte ich mir dann auch eine eher persönliche Frage erlauben und daher weiß ich nun, dass der alleinerziehende Vater immer noch in seinem Hauptberuf arbeitet. Frank Goldammer ist nämlich Malermeister und hat vor vielen Jahren den kleinen Familienbetrieb übernommen. Als Autor ist er inzwischen so erfolgreich, dass er eigentlich vom Schreiben leben könnte, aber sein Job erdet ihn auch, sagt er und außerdem hätte er ja auch noch Verantwortung für seine Mitarbeiter. Und die Kinder, die wären inzwischen ja schon größer. Respekt, kann ich da nur sagen.

So ist das bei einer „Publikumsmesse“

Am Ende des 1. Messe-Tages hatte ich 11 Interviews im Kasten, etliche handsignierte Verlosungsexemplare für SR 3 über den Schultern und 10 Kilometer in den Beinen. Nichts wie hoch mit den Füßen, dachte ich mir … aber dann haben mich die doch tatsächlich fast von selbst zum Leipziger Central-Kabarett getragen, das ist ja auch fast um die Ecke.

Ein Primstaler in Leipzig

Und das war gut so! Dort im Krimi-Keller hatte nämlich Frank P. Meyer seinen ersten Auftritt im Rahmen von „Leipzig liest“. Und der Conte-Autor aus Primstal ist ein Garant für amüsante und sehr unterhaltsame Lesungen, selbst dann, wenn es um Mordermittlungen geht. Hier in Leipzig hat er seinen neuesten Roman „Club der Romantiker oder das Rätsel um Laureen Mills“ vorgestellt – mehr zu diesem wunderbaren Kriminalroman des Saarländers gibt es auf sr3.de.

 

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